Ich kenne zwar von früher (Außendienst) viele ältere Menschen, aber: ab und zu mit ihnen zu tun zu haben ist ja nicht wirklich kennen, wie einer, der mit ihnen zusammenlebt.
Deshalb kann ich mich auch nur nach dem richten, was ich von meiner Mutter kenne, und die wird 91 Jahre jung.
Mein Freund Kosta stilisiert Mütter zu Heiligtümern, das kann ich so nicht unterschreiben.
Meine Mutter ist eine herzensgute Frau, wollte aber nie mit einem Streit, schämt sich eigentlich immer noch für mich, weil ich kein Abi gemacht habe.
Ich finde, mit der Mittleren Reife abzugehen (ich wollte nie studieren) war das beste für mich und die anschließende Lehre beim Deutschen Herold in der Bezirksdirektion Bonn, weil ich da wirklich alles lernte (z.B. Naß-Fotokopierer, Matrizenmaschine).
Nun traut sich meine Mutter nicht, ihren Bekannten zu sagen, dass meine Frau mich verläßt!
Und: ich bin immer noch ihr kleiner Junge, und das mit 58!
Ich sorge eigentlich für sie, aber sie meint, mir helfen zu müssen, und weil sie schlecht hört, aber nicht zum Ohrenarzt gehen will, versteht sie vieles nicht oder falsch.
Das bringt oft meine Planung durcheinander.
Aber: man muss ihr natürlich ihr hohes Alter anrechnen und über vieles hinwegsehen, das aber konnte meine nochFrau leider nicht: sind Krümmel unter ihrem Platz am Tisch schlimm? Nein, dafür gibt es Staubsauger. Kann denn der Einzug meiner Mutter bei uns ihre Liebe zu mir kaputt gemacht haben? Ich sage nein, aber sie sieht das anscheinend anders.
Ich akzeptiere, dass sie auszieht, meine Mutter kommt nicht drüber weg, aber man kann es doch nicht ändern!
Ich hoffe nur, dass sich die beiden Frauen nicht zu nah begegnen, denn meine Mutter kann aggressiv sein, leider!
Ich warte auf den Tag des Auszugs, dass wir endlich zur Ruhe kommen.
Diethelm