Mai
05

Man kann sich wirklich auf nichts verlassen, was sie an einem Tag noch konnte/wußte, hinterfragt sie am nächsten Tag.

Da werden Schlüssel versteckt (waren die Frauen hier), Schmutzwäsche aus dem Wäschekorb wieder in den Schrank gehängt, statt die Treppe rauf die Treppe in den Keller genommen, wenn sie oben in ihrer Wohnung ist, will sie entweder noch höher, oder sie ist im Schlafzimmer und findet den Weg ins Wohnzimmer nicht. Oder sie steht im Flur und weiß überhaupt nicht, wohin.

Als ich letztens nachts ins Bett wollte, sehe ich Licht bei ihr (1 Uhr) - sie stand am Schrank, schon halb angezogen, Schuhe an, ich fragte, was das soll: Sie wolle ins Bad, und dafür müsse sie sich doch anziehen, das sei doch über die Strasse!

Neuerdings isst sie bei z.B. Pommes Frites, Schnitzel und Salat nicht abwechselnd, sondern erst alle Fritten, dann den Salat und dann das Schnitzel. Oder sie vergisst zu trinken, und wenn ich nachfrage, hat sie ausgetrunken, wenn ich dann schaue, ist die Tasse halb voll!

Aber das alles ist noch ok, wenn nicht immer wieder Wahnvorstellungen kämen: es sind fremde Frauen da, die Anweisungen geben, dann bringt sie angeblich Kinder in die Schule, ich bin nicht ihr Sohn. ich habe Geschwister, neuerdings Enkel.

Und dann die Aggression: sie schlägt nach mir, wenn sie ihren Willen nicht bekommt, wohnt angeblich nicht hier und will nach Hause usw.

Aber die Pflegerinnen sagen, das sei normal!

Mag sein, aber für mich als Betroffener und Sohn ist es schrecklich, das mit anzusehen/zu erleben!

Diethelm

Mrz
18

Heute vor 92 Jahren wurde meine Mutter geboren!

Kurios: sie ist 32 Jahre jünger als ihre Mutter, 32 Jahre älter als ich, und mein 2. Sohn ist wieder 32 Jahre jünger als ich!

Ich war mit ihr beim Griechen essen und bin immer froh, wenn sie anschließend in ihrer Wohnung ist, denn sie hat nach dem Essen immer einen Tiefpaunkt, ist auch schon im Restaurant gefallen.

Einmal fuhr ein Kellner mit und half ihr erst ins Auto, dann raus und in die Wohnung!

Ich hatte nun einige Gespräche mit den Pflegerinnen vom Pflegeteam - ist ja auch alles neu für mich!

Bei Demenz funktioniert das Kurzzeitgedächnis nicht mehr, und die Betroffenen haben einen unheimlichen Bewegungsdrang! Sie ist schon durch den Keller "ausgebüchst"! Aber das weiß sie hinterher nicht mehr.

Man hat zwar schon von solchen Fällen gehört , aber es ist immer etwas anderes, wenn man selbst betroffen ist - gestern wollte sie mit meinem Vater in die Kirche - der ist seit 31 Jahren tot!

Aber ich versuche, es ihr so gemütlich und angenehm wie möglich zu machen, doch geht es teilweise auch an meine Grenzen, leider.

Diethelm

Mrz
08

Nach nun fast einer Woche ziehe ich Resumeé: wenn Mutti geschlafen hat, wird sie geträumt haben und hält das dann oft für real. Sie war dann angeblich bei einer Nachbarin, oder ihre Schwester wartet vor der Tür.

Ansonsten fühlt sie sich aber nicht mehr fremd, ist auch ruhiger geworden - das hilft mir auch, denn schließlich möchte ich sie, so lange es geht, in ihrer gewohnten Umgebung behalten.

Gestern waren wir sogar beim Friseur und anschließend Essen!

Und morgens und abends kommt jemand von einem Pflegeteam und hilft ihr.

Diethelm

Feb
14

Das Wochenende war eine Katastophe, Mutti fand nicht mehr den Weg zur Toilette, konnte kaum sehen, war total verwirrt, am Sonntag morgen suchte ich sie, Gott-sei-Dank war die Kette vor der Haustür, ich fand sie dann im dunklen Vorratskeller auf dem Boden!

Ich will jetzt nicht näher darauf eingehen, werde aber eine neue Seite in meiner HP erstellen. Auf jeden Fall erreichte ich gestern endlich jemand beim Arzt, leider nur die Vertretung, aber die veranlaßte Abholung mit dem Krankenwagen zur Klinik, wo sie erst einmal durchgecheckt wird.

Sie kommt wahrscheinlich nicht mehr nach Hause, heute mittag konnte ich endlich mit einem Arzt sprechen.

Ich bin wirklich geschockt, dass das alles so schnell gehen kann.

Nun gut, sie wird 92 Jahre jung, aber so rapide...

Diethelm

Nov
22

Ich erlebe es momentan bei meiner Mutter: sie hat Angst vor der Zukunft, weil sie so viel vergißt. Ich versuche, ihr klarzumachen, dass das nicht schlimm ist, schließlich wird sie im März 92, und ich mache doch alles für sie.

Sie muss nicht mehr alles verstehen (z.B., warum ihre Bankkarte vom Lesegerät nicht angenommen wurde) und auch keine Termine mehr behalten - dafür bin ich doch da, mich trifft das zunehmende Mißtrauen, obwohl ich nie Grund dafür gab.

Aber in einem Altenheim könnte sie doch viel weniger entscheiden, das sieht sie auch ein, aber immer wieder dieselben, in meinen Augen unnötigen Gedanken, aber wer weiß, wie wir 'mal in dem Alter sein werden, WENN wir so alt werden?!

Sie weiß ja auch, dass sie manchmal Aussetzer hat und schon 'mal "durcheinander" ist.

Diethelm

Nov
11

Heute bekam ich die Ladung vom Amtsgericht Rheinbach, ich werde am 30.11. endlich geschieden!

Nie hat mich eine Frau so enttäuscht wie diese, und ich ärgere mich, dass mein Unterbewußtsein mich eine zeitlang richtig krank machte.

Meine Mutter hat immer öfter Ausfälle oder weiß sich nicht zu erinnern. Das Essen auf Rädern schmeckt ihr nicht - nun muss ich wieder ran, und ich traue mich kaum noch, mit ihr Essen zu gehen, weil ihr öfter die Beine versageb, werde also dann eben Essen nach Hause holen, wenn ich nicht selbst koche.

Ich hatte vorgestern ein längeres Gespräch mit ihr: sie kann sich nur sehr schwer damit abfinden, auf Hilfe angewiesen zu sein und so vieles zu vergessen bzw. teilweise "Filmrisse" zu haben, aber sie muss es einfach akzeptieren so wie ich mein Handicap - es ist nicht leicht.

Diethelm

Mai
09

Ich war die letzten Tage neben der Karre, weil ich etwas schlimmes befürchtete, heute aber bestätigte mein Arzt, dass dem nicht so sei, wie ich dachte.

Ich habe schon vor langer Zeit bemängelt, dass es weder Ehe- noch Elternführerschein gibt. ES gibt aber auch nicht wirklich Vorbereitungen auf das Alter, weil: da spricht man ja nicht drüber!

So ein Quatsch, denn älter werden wir doch alle!

Leider gibt es Dinge, die wir nicht beeinflussen können, manche meinen, ich sei nicht selbstbewußt oder lade regelrecht zum Betrug ein - auch das ist Quatsch, aber ich bin nun einmal kein Macho, inzwischen aber glaube ich, dass die "netten" bei Frauen nicht gefragt sind, leider!

Aber kann man einen netten Mann sozusagen zwingen, nicht mehr nett zu Frauen zu sein? Nein, denn dann wäre er ja nicht er selbst.

Ich denke also weiter an das Gute im Menschen - vielleicht werde ich eines Tages "erhört", wenn nicht, habe ich Pech gehabt.

Auf jeden Fall bin ich froh, dass mir eine Last von der Seele genommen wurde.

Diethelm

Mrz
15

Ich versuche seit längerem, meine Mutter dazu zu bringen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Sie meint, noch alleine waschen zu müssen, ok, aber sie soll wenigstens sagen, dass sie in den Keller geht, weil sie ja unten fallen könnte und liegt dann vielleicht Stunden da.

Dienstags geht sie mit "ihren Damen" meist essen wie heute wieder, aber anstatt sich nach Hause bringen zu lassen (sie würde mitgenommen) oder mich anzurufen, dass ich sie hole, wollte sie wieder zu Fuß nach Hause und fiel auf der andren Straßenseite auf die Name, jemand half ihr dann zur Tür - sie sieht nicht ein, dass sie mit fast 91 nicht mehr alleine gehen sollte, denn ihr wurde schon des öfteren schwarz vor Augen, und das ist unvorhersehbar, sie lehnt auch Stock und Rollator ab (alles vorhanden), und wenn ich aus Sorge dann etwas lauter werde (sie hört sowieso nicht gut), meint sie, ich brülle mit ihr - sieht sie meine Sorge nicht??

Es ist nicht so einfach, und bis jetzt hat sie toi toi toi immer Glück gehabt (oder einen guten Schutzengel), aber warum ist sie so unvernünftig? Warum versteht sie mich nicht, dass ich ihr helfen will?

Diethelm

Feb
08

Ich denke, fast alle Älteren haben Probleme, aber anscheinend bin ich der Einzige, der sie anspricht!

Durch meinen MB wurden meine Augen immer schlechter, daher auch die Tippfehler in letzter Zeit, weil die "Computerbrille" für den Bildschirm optimiert ist, dadurch aber sehe ich die Tastatur unscharf. Gestern aber war ich beim Optiker und bekomme am 15. eine zweigeteilte Brille.

In den letzten Wochen habe ich mich üfter am eigenen Speichel verschluckt, ich weiß nicht, ob das altersbedingt ist, fällt mir halt so auf.

Ich hatte eigentlich alles für meine NochFrau getan, si rief mich ja auch nach der Trennung mehrmals an, und ich half, ich habe auch toleriert, dass sie sich in meinem Beisein betatschen ließ, aber dass sie nicht einmal zu meinem Geburtstag gratulierte, triffr mich doch.

Meine Entscheidung: sie ist ab nun für mich gestorben, steht ja nur bocgh die Scheidung aus.

Diethelm

Dez
03

Natürlich ist es immer anders, wenn der alte Mensch z.B. die eigene Mutter ist.

Wer weiß, ob wir selbst einmal so alt werden, meine Mutter wird im März 91 Jahre jung.

Aber man sollte das Alter respektieren, auch wenn es fremde Menschen sind, und wenn die eigenen Eltern nur knapp über 70 Jahre alt wurden, kann man sich nun wirklich kein Urteil erlauben - es sähe wahrscheinlich anders aus, wenn man selbst die Erfahrung gemacht hätte, denke ich 'mal.

Auch mich nervt manches, aber man muss auch einmal über etwas hinwegsehen, und alte Menschen ändert man nicht mehr, aber Verständnis sollte man schon zeigen!

Aber das zählt ja wieder zum Thema Intoleranz, mehr sage ich dazu nicht.

Diethelm